Herbstglück

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich liebe den Herbst. Wenn ich das nicht wüsste, wäre es mir spätestens beim Ausmisten meines Kleiderschranks bewusst geworden. Ich habe nicht nur viel mehr Winterkleidung (nicht nur dem Volumen nach), sondern auch vier Paar Gummistiefel, drei Regenjacken und zwei Regenhüte.

Man kann nie genug Gummistiefel besitzen!

Fidel und ich lieben es, durch die Pfützen zu rennen und uns nass zu machen. Okay, Herbst und Winter bedeutet auch, dass ich viel mehr putzen muss, weil eben die dreifache Menge an Dreck ins Haus getragen wird, aber das ist egal. Wenn es draußen regnerisch und trübe ist, dann ziehen wir drei los und bringen ein bisschen Farbe in die Welt.

Jenny, Fidel, Trude: Wir sind bereit für die Regenrunde!

Erkennen Sie den roten Regenmantel? Ich besitze ihn seit einer Ewigkeit und trage ihn ab und zu immer noch, obwohl er zu einhundert Prozent aus Plastik ist und es sich an wärmeren Tagen anfühlt, als hätte ich mich in Frischhaltefolie gewickelt. Ich mag die Farbe so gern, und die kleine Schwester von Trish aus „Asher: Temptation“ trägt genau diesen roten Regenmantel.

Der Herbst ist auch die Zeit, in der ich die buntesten Strumpfhosen trage und in der endlich wieder mehr herumgeschmust wird.

Für Ringelstrumpfhosen gilt das gleiche wie für Gummistiefel – man kann nie genug sein Eigen nennen.

Wenn es draußen kalt wird, bin ich auch deutlich kreativer. Vielleicht ist es das Geräusch, mit dem der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt, das mich entspannt. Oder die Tatsache, dass die Sonne mich nicht ständig daran erinnert, dass die Fenster mal wieder geputzt werden müssten 😉. Parallel zum Schreiben lese ich wieder viel mehr als im Sommer, ganz besonders zur Jahreszeit passende Romane. Im Augenblick suche ich alles, was zu Halloween passt – haben Sie Tipps für mich? Von romantisch bis unheimlich und am liebsten beides zugleich darf es sein! 

Ich kehre jetzt zurück zu meiner Arbeit und schreibe noch ein bisschen an meinem neuen Helden. Er ist … anders als die Protagonisten, die ich bisher geschrieben habe, aber ich weiß, dass er Ihnen gefallen wird. Er ist ein Mann, der buchstäblich alles geben wird, um die Frau, die er liebt, zu beschützen. Mehr darf ich leider noch nicht verraten!

Alles Liebe, 
Jenny xxx

Der Gnom

Liebe Leserinnen,

es ist erst ein paar Tage her, dass „Asher: Temptation“ erschienen ist und noch immer lässt mich das Buch nicht los. Ich glaube, dass es vielen Leserinnen genau so geht, denn es trudeln nicht nur die allerschönsten Rezensionen ein, sondern auch viele Fragen.

Eine dieser Fragen, die von meiner Vorableserin Liane eintrudelte, hat mich besonders gepackt. Sie möchte wissen, was es mit dem Gnom auf sich hat, der in Kapitel 35 auftaucht:

„Ich drehe mich um und sehe die Bilder, die mich gestern – war es wirklich erst gestern? – so fasziniert haben. Nichts bewegt sich, egal wie lange ich auf den Nachtmahr starre. Das augenrollende Pferd, das sich aus der Dunkelheit schält, verharrt auf der Leinwand, ebenso wie die deformierte, koboldähnliche Gestalt, die auf der leblos hingegossenen Frau hockt.

Mit wachsendem Unbehagen beobachte ich den Gnom, der es sich auf der Brust der Frau bequem gemacht hat. Aus dem kahlen, runden Schädel quellen die gelbstichigen Augen hervor. Warum sieht er mich an und nicht die Frau?

Der Gnom zwinkert.”

Diese Szene war bereits Teil der allerersten Fassung und sie ist eine der wenigen, die kaum verändert wurden. Es war unglaublich spannend, sie zu schreiben und die alptraumhafte Atmosphäre einzufangen. Aber um das Schreiben an sich geht es heute gar nicht, ich möchte Ihnen vielmehr einen kleinen Einblick in die Funktionsweise eines Autorinnengehirns geben – nein, keine Sorge, es geht hier nicht um einen gehirnchirurgischen Eingriff, sondern um eine etwas ausführlichere Trivia.

Bevor Sie weiterlesen, können Sie sich die Szene auch anhören. Scrollen Sie weiter nach unten und lassen Sie sich die Szene von mir vorlesen. Es ist übrigens kein Ausschnitt aus einem Hörbuch, sondern nur ein Gimmick, eine Mini-Autorenlesung sozusagen.

Ich habe zwar ein Arbeitszimmer, aber das nutze ich eigentlich erst, seit mein Mann im Homeoffice ist. Normalerweise sitze ich am Esstisch, Trude sichert meinen Rücken, Fidel liegt mir zu Füßen. Wenn ich vom Laptop aufschaue, kann ich den Garten sehen. Das mache ich aber nur selten, denn der Blick hinaus ruft mir nur ins Gedächtnis, wie viel Arbeit dort immer liegenbleibt. 

Schauen Sie lieber gemeinsam mit mir nach rechts:

Der Nachtmahr – mein täglicher Begleiter beim Schreiben. 

Gnom im Detail – Und ja, der Gnom schaut mich an und wenn ich nicht genug Worte schaffe, droht er mir mit einem Besuch. 😉

Können Sie sich vorstellen, dass mir beim Schreiben nicht einmal bewusst war, woher das Bild in Ashers Wohnung kommt? Tag für Tag sitze ich an meinem Arbeitsplatz und sehe dieses Bild und merke nicht einmal, dass ich es in einen Roman eingebaut habe.

Gefällt es Ihnen, dieses Werk von Johann Heinrich Füssli, oder finden Sie es eher beängstigend? Oder trifft beides zu? Es trägt übrigens den Titel „Nachtmahr“ und ist der Schwarzen Romantik zuzurechnen. Die Reproduktion hängt in meiner Wohnung, weil ich mit diesem Bild auch ein sehr romantisches Geschenk von meinem Mann verbinde. Im Frankfurter Städelmuseum gab es nämlich vor Jahren eine Ausstellung zur Schwarzen Romantik, und der letzte Tag der Ausstellung fiel mit meinem Geburtstag zusammen. Als ich morgens aufwachte, hatte mein Mann bereits Zugtickets gekauft und drei Stunden später war ich im Himmel. Im schwarzen Himmel, wohlgemerkt. Ich habe dieses Bild gesehen und es hat mich seitdem niemals losgelassen, wie auch einige andere (ein weiteres hängt beim Arbeiten hinter mir und konnte sich nicht so leicht in Ashers Geschichte einschleichen, sonst würden Sie jetzt eine Vampirgeschichte lesen.)

Edvard Munch, Vampir. Auch eines meiner Lieblingsbilder!

Der Besuch im Städelmuseum war eines der schönsten Geburtstagsgeschenke, das ich jemals bekommen habe.

Wenn Sie mehr über das Bild, seine Interpretation und über Füssli lesen wollen, schauen Sie sich diesen Artikel des Städelmuseums in Frankfurt an, er ist großartig und ziemlich unterhaltsam:

Vielleicht – und darauf hat mich die E-Mail einer anderen Leserin gebracht – hat der Nachtmahr aber auch deshalb seinen Weg in „Asher: Temptation“ gefunden, weil Asher unsere Alpträume und Geister wie den Gnom vertreiben kann. Doch damit begnügt er sich nicht. Asher hilft Trish, die von einem Schatten verfolgt wird, mit ihrer Vergangenheit Frieden zu schließen. Dies ist das größte Geschenk, das man einem anderen Menschen machen kann, finde ich.

Alles Liebe von 

Jenny xxx

PS 1: Sie sehen, wie wichtig Ihr Feedback für mich ist, deshalb: Schreiben Sie mir!

PS 2: Ich lese hier zwei Teile aus „Asher: Temptation“:

Trish:

Der Gnom: